Danke für die netten Worte zur Folge, hat mal echt Spaß gemacht, ein bisschen was anderes zu probieren. Wir wollen auch gern öfter solche echten Behind-the-scenes Dinger bringen, das bringt etwas Abwechslung rein. Geht leider nicht superoft, einfach weil nicht ständig passende Formate anstehen und es halt auch etwas mehr Zeit schluckt, wenn man von Anfang an mit der Kamera dabei ist.
Das Fragenproblem ist nicht nur für euch ärgerlich, ich versuch’s gern mal, soweit ich kann auszuführen:
Fragen: Es kommen sehr, sehr oft Fragen wie „Wann kommt wieder X?“ oder „Wieso gibts nicht endlich Y“. Egal ob Beef, Press Select, Spiele mit Schmerz oder bestimmte LP’s oder KHD’s.
Da gibt’s nun verschiedene Möglichkeiten: In vielen Fällen wurden diese Fragen zumindest schon unspezifisch beantwortet, sei es in einem früheren BtB oder in einem fallengelassenen Kommentar hier oder on Air. Natürlich wissen das die Fragesteller nicht immer, aber wir (und ein großer Teil der Zuschauerschaft) wissen es, und möchten deshalb ungern wieder Fragen wiederholen.
Zum Anderen gibt’s halt das Problem der Antworten selbst. In einigen Fällen möchte man diese Frage einfach (noch) nicht beantworten, was viele Gründe haben kann. Vielleicht wartet man noch auf ein OK der teilnehmenden Moderatoren oder der Redaktionsleitung. Vielleicht plant das Marketing eine groß angelegte Werbe/Hypekampagne, die auf dieses Reveal hinauslaufen soll. Vielleicht ist man noch in Gesprächen mit entsprechenden Werbepartnern und kann daher noch nichts sagen. Vielleicht hat man auch etwas Angst, eine Antwort zu geben, weil man weiß, dass die Reaktion bei einer definitiven Absage oder einer unbeliebten Antwort sehr negativ ausfällt und der zu erwartende Ärger den Ärger einer nicht gegebenen Antwort in Kauf nehmen lässt.
Es gibt sehr viele Gründe, warum gerade solche Fragen ausgelassen werden können, und nur sehr wenige heißen „wir wollen euch nichts sagen“ ohne dahinterklemmende Gründe, auch, wenn das letztendlich das ist, was bei vielen Fragestellern so ankommt.
Dann gibt’s andere Fragen nach provokanteren Themen wie zb. dem Chef von Red Bull, und wie wir unser Gewissen damit vereinbaren können. Oder der Menge an gesponsorten Formaten. Oder, oder, oder. Diese Fragen sind, sagen wir mal, schwierig, weil nur sehr wenige Leute in der Firma hierzu tatsächlich definitive Antworten geben können, aber - vielleicht verständlicherweise - nicht unbedingt geben wollen. Das mag man als Geheimniskrämerei bezeichnen oder als Unehrlichkeit gegenüber der Community, es ist aber zu keiner Zeit als so gemeint. Hier geht’s eher darum, uns selbst vor Angriffen zu schützen, um (jaja) richtiges Verhalten im PR- und Marketingbereich, und auch darum, dass eine ehrliche Antwort uns vielleicht in noch größere Probleme bringen kann als gar keine Antwort.
Beispiel Red Bull, und ich möchte betonen, aus meiner privaten Sicht und nicht als Firma RBTV:
Mateschitz ist, behaupte ich, kein besonders cooler Typ. Er mag Verbindungen zur rechtspolitischen Szene haben, und er mag grundsätzlich viele Dinge tun, die man gemeinhin als „nicht cool“ bezeichnet. Er ist auch der Chef von Red Bull. Red Bull war schon diverse Male wegen sehr negativen Erfahrungen insbesondere bei Sportveranstaltungen in den News, die natürlich wenige wohlwollend hinnehmen würden.
Das ist die eine Seite der Medallie.
Die andere Seite ist, dass Red Bull als Marke sehr beliebt bei jungen Männern ist, die zu fast 100% in unsere Zielgruppe passen. Red Bull ist ein Sponsor, dessen Name Wert hat, und der sich nicht mit jeder Fitzelproduktion abgibt. Wichtiger als der finanzielle Wert, der durchaus nicht zu unterschätzen ist für einen Sender, der zwar läuft, aber alles andere als Mainstreamgrade erreicht hat: Red Bull als Marke ist im weitesten Kreis eine coole Sache. Sie unterstützen vielerlei Jugendveranstaltungen, Sportevents, Happenings und allgemein coole Aktionen wie Festivals und sonstiges. Auch wenn der Geschmack Ansichtssache ist, viele junge Leute trinken RB, und fühlen sich auch unter dem RB-Image von Coolness, Sport, Hip, Spaß ganz gut aufgehoben.
So. Natürlich ist mir klar, dass eine Menge Leute jetzt sagen „Ja, aber: Das ist doch alles Image und Show. Es ist ne Firma, und hier eine Partnerschaft zu suchen unterstützt und bekräftigt die Meinungen und Fehler von einzelnen Red Bull-Mitarbeitern“. Das ist für mich verständlich, aber ebenso kann ich verstehen, wenn man sagt „Einzelne Mitarbeiter von Red Bull mögen Mist sein, aber das sollte nicht die komplette Jugendarbeit, Unterstützung, Programmplanung und Arbeit von Red Bull als Firma unter den Bus werfen.“ Die Firma als solches ist kein schlechter Mensch, auch wenn einzelne Leute dort es sein könnten. Und man kann durchaus okay finden, was Red Bull abseits der Schlagzeilen über Mateschitz macht. Red Bull ist auch ohne ihn Red Bull, da sich sich ein Firmenimage aufgebaut haben, welches offenbar immer noch kompatibel mit vielen, vielen jungen Leuten ist. Unsere Partnerschaft in diesem Fall gilt Red Bull, nicht Mateschitz als Privatperson.
Macht das Sinn? Rede ich mich um Kopf und Kragen? Wie gesagt, das ist meine Meinung und meine Erfahrung, die ich aus meinem eigenen Kopf und vielen Gesprächen um das Thema mit verschiedensten Leuten mitgenommen habe. Ich mag den Typen auch nicht, aber ich finde, Red Bull ist ein starker Partner für einen Sender wie RBTV und ich würde sogar auch sagen „ein passender Partner“.
edit fuck das war wieder viel zu viel Text.